Weitere Variante für die finale Bewertung

09. November 2018 11 Kommentare

Im Nachgang an die Abstimmungstermine mit den Anrainerkommunen und mit Blick auf die diversen Anregungen aus der Bürgerschaft über diese Plattform wird eine weitere Variante final bewertet. Es liegen nun vier Varianten vor, die rechnerisch verglichen werden können und somit zu einem eindeutigen Ergebnis führen.

Die vierte Variante setzt sich aus Variante 1 und Variante 2 zusammen (genauer Verlauf). Besonderheit ist, dass die neue Variante ab dem Naturschutzgebiet Neckar-Altarm (Entennest) zweigleisig weiterführt. Eine Trasse führt analog zu Variante 1 durch die Esslinger Innenstadt, die zweite Variante führt wie Variante 2 entlang des Neckars. Entscheidend ist dabei, dass die Führung entlang des Neckars in dieser Variante mittelfristig im bestehenden, bereits gut zu fahrendem Zustand bestehen bleibt. Der Neckaruferweg wird erst ab dem Bereich Landratsamt / Merkel´scher Park ausgebaut. Abhängig von der tatsächlichen Nutzung und gegebenenfalls auftretenden Konflikten zwischen Fußgängern und Radfahrern kann ein Ausbau später vorgenommen werden.

Variante 4 hat den Vorteil, dass sowohl das große Potenzial an Radfahrern mit Ziel oder Quelle in Esslingen erreicht wird, dass aber auch die Radfahrer, die an Esslingen vorbeifahren möchten, eine leistungsstarke und zügig befahrbare Trasse erhalten.

11 Kommentare

  1. Guido Merkle / Antworten

    Prima, dass die Anregungen der aktiven Radfahrer gehört wurden und im Prinzip die Variante 2 doch in Frage kommt. Gegen die Variante 4 (Kombi aus Variante 1 und 2) hab ich insofern nichts, es muss ja keiner über die Innenstadt von Esslingen fahren … die Alternative am Neckar entlang bleibt.

    1. Jürgen Grad / Antworten

      Die „Alternative am Neckar entlang“ würde bei Variante 4 zwischen Adenauerbrücke und Merkelpark ein kombinierter Fuß- und Radweg bleiben.

      Dort drängen sich aber heute bereits bei schönem Wetter schon Massen. Das Platzangebot für die große Zahl an Radfahrern und Fußgängern ist einfach zu gering. Konflikte zwischen Rad- und Fußverkehr sind häufig und unausweichlich. Die fehlende Wegetrennung verschärft diese Situation noch einmal deutlich.
      Ziel des Radschnellwegs ist doch aber eine signifikante Verlagerung von Automobilität aufs Fahrrad. Also mehr als 6000 Radfahrende anstatt 2000. Mit solchem geringen Platzangebot ist das unmöglich zu machen und das Zickzack durch Oberesslingen und die Innenstadt tut sich doch keiner an der weiter Richtung Mettingen oder Plochingen will.

      Nur als Erinnerung – wenn wir so etwas wie die Verkehrswende nicht schaffen dann droht uns z.B. der Bau des Nord-Ost-Autobahnrings. Dort wären Flächenversiegelungen in einem vielfach höheren Ausmaß die Folge.

      Also jetzt bloß nicht wieder Klein-Klein bei der Schaffung von attraktiven Bedingungen für flächeneffiziente und emissionsfreie Mobilität!

  2. Heinz / Antworten

    Ich fürchte große Gefahr durch Kollisionen mit Fußgängern. Würden Fußgänger auf Autobahnen geduldet? Es darf aber auch auf keinen Fall sein, dass ein Radweg wieder auf Kosten der Fußgänger gebaut wird. Was wollen wir mit dem Radschnellweg erreichen?

  3. Jochen / Antworten

    Ich verstehe einfach nicht, was das Problem mit Variante 2 ist. Es ist der einzige Verlauf, auf dem der Radverkehr wirklich ungestört und kreuzungsfrei (und halbwegs in naher Zukunft) geführt werden kann. Dass Radwege im Esslinger Stadtgebiet ausgebaut werden müssen hat mit dem Radschnellweg nichts zu tun!

    Wenn wir die „Mobilitätsregion der Zukunft“ werden sollen, liebe Lokalpolitik, dann wird ein Zickzack-Kompromiss-Radschnellweg nicht helfen und die Menschen eher vom Radfahren abhalten. EINMAL nur etwas konsequent machen, unsere Nachbarländer (Schweiz, Niederlande, Dänemark,..) schaffen es auch – und die haben auch nicht mehr Platz, Geld oder laschere Umweltauflagen als wir!

  4. Alexander Müller, Stuttgart-Uth / Antworten

    @ Herr Grad: es ist klar, dass bei einer Variante „Am Neckar“ Bäume gefällt und die Wege massiv verbreitert werden müssen. Die Breitenvorgabe an einen Radschnellweg lautet mindestens 4,00 m. Dazu noch 2,00 Meter für einen baulich getrennten Fußgängerweg bedeutet insgesamt 6,00 Meter Breite.

    Und nur mit dieser Breite sowie einer baulichen Trennung zwischen Fußgänger- sowie Radschnellweg wird genügend Kapazität für einen stark steigenden Radverkehr geschaffen und ein konfliktfreies Miteinander zwischen zu Fuß gehenden und Rad fahrenden ermöglicht.

    Jetzt zur eigentlichen Planung: die „Schleife“ bzw.. die Zweiteilung der Variante 4 in Esslingen bzw. Zell finde ich eine sehr ansprechend Idee, könnte auf diese Art und Weise das Esslinger Zentrum stärker eingebunden werden – und Pendler, welche nicht nach Esslingen müssen, können am Neckar schnell vorbeiradeln.

    Beim Landschaftspark Bruckenwasen (neben Plochingen) frage ich mich, wieso der RSW nicht direkt durchgeführt und an den Filsweg/Fischerhütte angebunden werden kann. Wieso dieser Umweg?
    Beim Dehner Gartencenter / Decathlon Plochingen macht Variante 4 einen engen Bogen – dies ist gefährlich und erfüllt auch nicht die Prämisse „RadSCHNELLweg“ … meiner Meinung sollte die Entwurfsgeschwindigkeit 30 km/h betragen (ebenfalls eine Forderung des Radentscheid Stuttgart für Hauptradrouten!)

    Meine Empfehlung ist, von Plochingen bis Reichenbach die Variante 2 zu verwenden – dies ergibt einen landschaftlich attraktiven Filstalradweg auf dem man wirklich durchfahren kann, ohne halten zu müssen. Für eine Erschließung der nördlich gelegenen Orte wäre zu überlegen, ob man nicht einige Einzelbauwerke zur Anbindung realisieren könnte?

    1. Anonymous / Antworten

      @Alexander Müller: Weil bei Variante 4 der existierende kombinierte Fuß- und Radweg zwischen Zell und Merkelpark eben nicht ausgebaut wird können Pendler, welche nicht nach Esslingen müssen, eben nicht am Neckar schnell vorbeiradeln.
      Gerade hinter dem Freibad Esslingen muß ständig auf Schrittgeschwindigkeit heruntergebremst werden um auf die (berechtigten) Bedürfnissen von Spaziergängern und Hundeausführern Rücksicht zu nehmen.
      Mit einer Pendlerroute für mehrere tausend Radler am Tag hat das nichts zu tun.

    2. Radschnellweg Neckartal Post author / Antworten

      Eine Führung nördlich des bestehenden Neckarweges im Bruckenwasen ist nicht möglich. Die Fläche dort ist Überschwemmungsgebiet. Die geradlinige Querung des Bruckenwasens wird wegen der zu erwartenden Konflikte zwischen Fußgängern und Radfahrern nicht weiterverfolgt. Die jetzige Führung hat insbesondere auch mit Blick auf den Anschluss von Wernau große Vorteile.

  5. Alexander Müller, Stuttgart-Uth / Antworten

    Ergänzung: meine positive Bemerkung zur Teilung der Variante 4 in Esslingen gilt natürlich nur unter der Prämisse, dass für den Radschnellweg am Neckar entlang keine Abstriche gemacht werden!

  6. Laichinger Martin / Antworten

    Da ich nahezu seit 20 jahren täglich zur Arbeit diese Strecke fahre und das Optimum suche möchte ich diese Erfahrung mit einbringen. Wie bereits in den anderen Kommentaren dargestellt ist die Variante 2 die zu bevorzugende. Dort wo diese bereits besteht nutzen wir Alltags- und Vielradler diese. Am Ortsausgang Reichenbach ist die Rampe und die Kurvenradien viel zu steil und die Fahrbahn zu verschmutzt. Bei Regen wird Split und Steine auf den vorhandenen Weg geschwemmt. Vor dem Rückbau der B10 (Ulmer Strasse) gab es vier Spuren. Eine konnte von uns Radler benutzt werden. Warum diese uns genommen wurde und in Richtung Reichenbach sogar durch eine blödsinnige Beschleunigungsspur ersetzt wurde versteht von uns keiner. In Plochingen mußte die Radwegbenutzungspflicht auf dem dortigen Radweg aufgehoben werden da nahezu an keiner Kreuzung eine Sichtbeziehung zwischen Radler und kreuzendem Radverkehr hergestellt werden kann. Desweiteren führt der Weg mitten durch die Bewirtschaftungszone der Gaststätte Waldhorn. Das Ganze kann somit dort nicht funktionieren und eine Radwegbenutzungspflicht würde ich sofort wieder aufheben lassen. In Plochingen in der Esslingerstrasse hat es bis heute das Ordnungsamt nicht geschafft den bestehenden Weg freigegeben für Radfahrer frei von parkenden Kraftfahrzeugen zu halten. Da ragen morgens unbeleuchtet Ladebühnen in den Radweg, Baustahlgitter ragen seitlich über geparkte LKW’s, Fahrzeuge werden auf dem Radweg repariert (Monstertruck VW Amarok) und Schalmateriel etc. liegt dort auch mal rum.
    Eine detailierte Aufstellung der täglich gesehen Gefahren hatte ich mal erstellt um die Benutzungspflicht zu Fall zu bringen. Diese kann ich Ihnen gerne als Argumentationshilfe zur Verfügung stellen. Anzumerken wäre, dass man in Richtung Reichenbach deutlich entspannter und sicherer über die Robert-Bosch/Eisenbahnstrasse fährt. In Altbach gibt es dann bei der Variante 1 auch unübersichtliche Ausfahrten. Dort mußten auch schon mehrere Radler unfreiwillig absteigen. Da sämtlicher Verkehr in die Schurwaldgemeinden durch Reichenbach und Plochingen durch muß und dieser stark zugenommen, ist dem Radler in diesem aggresiven Umfeld ein Fahren einfach nicht mehr zumutbar. Plochingen gilt bei uns Radler inzwischen als „Kampfgebiet“. Gegen drei Fahrer habe ich inzwischen erfolgreich ein Strafverfahren erfolgreich durchgeführt. Mit der Variante 2 könnte man endlich sicher und unversehrt das Rad nutzen!

  7. Laichinger Martin / Antworten

    Für das inzwischen durchgängig geteerte Stück, gleich nach dem Entennest, möchte ich mich bei den zuständigen Stellen bedanken. Die schrägen Übergänge zwischen Teer und Schotter hätten jetzt im Winter bei Schnee zu Stürzen geführt, desweiteren ist man jetzt weg vom Dispositionsverkehr der dortigen Fuhrunternehmen. Teilweise wurden unbeleuchtet Kontainer mit herausstehenden Abstützfüßen bei Schneetreiben und oder Nebel bewegt bzw. abgestellt. Dass ein Radschnellweg eine gewisse Bauzeit benötigt ist allen klar. Ich würde es echt toll finden wenn weiterhin auch Teilabschmitte angegangen werden.

  8. T. Räppler / Antworten

    Das ist doch wieder nur eine Variante, damit in Teilstrecken abgespeckte Lösungen „im Bestand“ gemacht werden können und das ganze zeitlich gestreckt wird „je nachdem wie die Strecke angenommen wird“. Außerdem ist die Rückführung von Hindenburgstraße auf dem östlichen Altstadtring an den Neckar nicht wirklich vorstellbar. Wie will man denn den Autoverkehr und den Radverkehr auf einer Ebene unter den Hut bringen? Oder gibt es einen aufgeständerten Radschnellweg? Ich bleibe bei der Vorzugvariante entlang des Neckars – optimal ausgebaut und gute Anschlüsse.

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